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Österreich, Deutschland und Schweiz wollen künftig stärker bei der Bekämpfung von Kindersextourismus kooperieren 25 TeilnehmerInnen aus Österreich, Deutschland und Schweiz nahmen am ersten Trilateralen Workshop zu "Kindesmissbrauch im Zusammenhang mit Tourismus" teil, der am 14. und 15. Dezember 2009 in Wien abgehalten wurde. Eingeladen dazu hat die Abteilung für Internationale Tourismusbeziehungen des Ministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend. Die Organisation und inhaltliche Vorbereitung fand in Kooperation mit ECPAT Österreich statt. Die VertreterInnen von Ministerien, Tourismuswirtschaft und NGOs präsentierten Initiativen ihrer Länder und diskutierten Kooperationsmöglichkeiten. Grundsätzliches Einverständnis wurde darin erzielt, dass verstärkte Kooperation in den Bereichen Sensibilisierung der Öffentlichkeit, etwa durch eine länderübergreifende Kampagne sowie Strafverfolgung (Aufbau eines Meldesystems) als sinnvoll erachtet wurde. Internationale Struktur von TheCode.org soll ausgebaut und gestärkt werden Mit Jänner 2010 müssen Mitglieder, die den "Tourism Child-Protection Code" unterzeichnet haben bzw. unterzeichnen Mitgliedsgebühren bezahlen. Dies hat die außerordentliche Generalversammlung von TheCode.org, in der auch ECPAT Österreich vertreten ist, im Juni 2009 beschlossen. Gleichzeitig wurden die Statuten sowie die Gremien der Organisation neu strukturiert. Damit wurde die bisherige Struktur an die rasche internationale Entwicklung (derzeit rund 1000 Mitglieder) sowie an die Anforderungen des Standardprozederes angepasst, dass ein weltweit strukturiertes und einheitliches Aufnahmeverfahren sowie standardisiertes Training, Monitoring und Reporting vorsieht. Mit de neuen abgekürzte Form, "Tourism Child-Protection Code", soll das Profil geschärft, die Zuordnung und Abgrenzung zu anderen Code-Instrumenten (z.B. Global Code of Ethics der UNWTO, Welt-tourismusorganisation) erleichtert werden. Weitere Information: www.thecode.org Internationales Train-the-Trainer Seminar zu "Schulung und Sensibilisierung zu Kindersextourismus" in Wien Im Rahmen des Projektes "Offenders Beware" (Kooperation Respect und ECPAT) haben sich im Juli 2009 erstmals internationale TrainerInnen und ExpertInnen in Wien zu einem Austauschtreffen zusammen gefunden. Schwerpunkt war die Präsentation und Diskussion zu Trainingsmethoden sowie die Vorstellung von neuen Schulungsmaterialen und einem eLearning Tool für die Tourismuswirtschaft, das im Rahmen des von der EU geförderten Projektes produziert wird. Teilgenommen haben 25 TrainerInnen aus 5 europäischen Ländern sowie ein Vertreter von ECPAT International in Bangkok. respect und ECPAT stellen vor: Neuer Film über sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus Am gemeinsamen Stand von RESPECT und ECPAT wurde auch ein neuer Film "Über den sexuellen Missbrauch von Kindern im Tourismus" vorgestellt. Staatssekretärin Christine Marek und namhafte VertreterInnen der österreichischen Tourismuswirtschaft, von Interpol Wien sowie von ECPAT und RESPECT nehmen darin zum Thema Stellung. So plädiert Dr. Josef Peterleithner, Konzernsprecher von TUI Österreich, an die gesamte Reise- bzw. Veranstalterbranche, das internationale Instrument zum Kinderschutz „Code of Conduct“ engagiert umzusetzen: „Der Code of Conduct ist kein Schreckensgespenst, sondern etwas Positives“, so Peterleithner. Staatssekretärin Marek wünscht sich eine verstärkte Thematisierung der Problematik sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus in der Ausbildung. ECPAT Österreich- Geschäftsführerin Mag. Astrid Winkler bedauert, dass seit 2001 erst 4 Unternehmen in Österreich den Verhaltenskodex aktiv umsetzen. Klare Worte findet respect-Geschäftsführerin Dr. Margit Leuthold zum Missbrauch: Das Kaufen von sexuellen Dienstleistungen von unter 18-Jährigen habe nichts mit einem 'normalen Geschäft' zu tun, sondern sei rechtlich ein Missbrauch eines Kindes bzw. Jugendlichen und damit ein Kapitalverbrechen. Mag. Regine Wieselthaler-Buchmann von Interpol Wien erinnert daran, dass seit 1997 diese Delikte, wenn sie von Österreichern im Ausland begangen werden, in Österreich strafrechtlich verfolgt werden und gibt ein Beispiel eines Falles, wo der Täter im Dezember 2007 am Straflandesgericht Wien zu einer mehrjährigen, unbedingten Haftstrafe wegen Missbrauchs von Buben in Indien verurteilt wurde. Die Interpol Vertreterin appelliert an die Reisenden, auffällige Beobachtungen und Vorfälle an Urlaubsorten zu melden. Der 20-minütige Film "Über den sexuellen Missbrauch von Kindern im Tourismus" wurde vom Filmemacher Lukas Miko im Rahmen des laufenden Projektes "Offenders Beware" realisiert und produziert - im Auftrag von respect und ECPAT. Unterstützt wird das Projekt von der Europäischen Kommission, der ADA sowie dem BMWA. Kontakt und weiterführende Informationen über das Thema und den Film sind bei ECPAT und RESPECT erhältlich: winkler@ecpat.at; mithra.ansari@respect.at; +43(0)1 293 16 66 EU-Kooperationsprojekt respect und ECPAT Österreich Schwerpunkte des Projektes „OFFENDERS BEWARE“ - Bewusstseinsbildung, Kapazitätsaufbau und Motivation zu verstärktem Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung im Tourismus sind Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung in Tourismusschulen, -fachhochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie von Fachleuten in der Tourismusindustrie hinsichtlich sexueller Ausbeutung von Kindern im Tourismus. Das dreijährige Projekt dauert bis 2011 und wird gemeinsam von ECPAT und respect durchgeführt. Gefördert wird das Projekt durch: - Europäische Kommission - Österreichische Entwicklungszusammenarbeit - Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend ACCOR Österreich unterzeichnet Verhaltenskodex zum Schutz der Kinder Am 20. Mai 2008 hat ACCOR Österreich, vertreten durch Gen. Direktor Hans-Michael Leise, als erste Hotelgruppe in Österreich den Verhaltenskodex zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung im Tourismus, gemeinsam mit Fausta Borsani (The Code Intern.) und Astrid Winkler (ECPAT Österreich) unterzeichnet. Anwesend waren neben JournalistInnen auch VertreterInnen vom BMWA, Sektion Tourismus und UNICEF. Der Kodex wird nun in allen 30 Accor Hotels in Österreich umgesetzt. Dies beinhaltet insbesondere Schulungen des Personals sowie Sensibilisierung von Gästen und GeschäftspartnerInnen. Bis Ende des kommenden Jahres sollen rund 250 MitarbeiterInnen durch Schulungen zu sexueller Ausbeutung von Kindern im Tourismus sensibilisiert und über die internen Bestimmungen von Accor informiert werden. Start der Umsetzung im Juni 2008 In allen Accor Hotels in Österreich wurde bereits das zweisprachige Informationsblatt für Gäste - Sextourismus: SEXUELLE AUSBEUTUNG VON MINDERJÄHRIGEN IST STRAFBAR! Sexual tourism: Having Sexual Relationship with a Minor is punishable by imprisonment - in den Hotelzimmern verteilt. Im Juni hat ECPAT-Geschäftsführerin Astrid Winkler erste Schulungen für rund 45 ManagerInnen und DirektorInnen durchgeführt. Verhaltenskodex: Neue Marke und neue Prüfkriterien Der Verhaltenskodex zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung im Tourismus hat seit kurzem einen geschützter Markenname - THE CODE ORG -mit eigenem Logo. Zielsetzung ist dabei die Qualitätssicherung sowie ein einheitliches Prozedere für Antragsstellung, Umsetzung und Monitoring. Weitere Informationen dazu, erhalten Sie auch unter www.thecode.org. Gleichzeitig wurde auch ein neues Standardprozedere für Unternehmen entwickelt, die dem Code beitreten möchten. Es sieht u.a. vor, dass mit dem Antrag auch ein Aktionsplan vorgelegt werden muss, wie das Unternehmen die Kriterien des Kodex innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens umzusetzen plant. Einen Überblick finden Sie hier: New Standard Procedure. Informationsbroschüre zum Antragsprozedere für interessierte Unternehmen zum downloaden. Umsetzung des Verhaltenskodex in anderen Ländern Zwischen 2004 und 2008 hat das ECPAT-Österreich Mitglied respect, Fachstelle für Tourismus und Entwicklung, in Kooperation mit ECPAT mehrere Projekte zur Umsetzung des Verhaltenskodex in Kenia sowie in Bulgarien und Rumänien durchgeführt. Das , unterstützte die lokalen Partner und die Tourismuswirtschaft bei der Umsetzung der sechs Kriterien des Kodex. Projektpartner und Förderer waren u. a.: OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) in Rumänien und Bulgarien und UNICEF in Kenia. Finanziell unterstützt werden die Projekte von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, der Stadt Wien und Hotelplan Schweiz. Auch im Rahmen des EU-Projektes "Offenders Beware" (2008-2011) sind Partner aus dem Süden als ExpertInnen bei internationalen Treffen und Trainings mit einbezogen. Wanderausstellung "Hinschauen statt Wegschauen" Die Ausstellung „Hinschauen statt Wegschauen – Kinder brauchen Schutz weltweit“ wurde von ECPAT konzipiert und thematisiert kommerziellen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen im Tourismus. Anhand von 4 Länderbeispielen - Kenia, Brasilien, Thailand und Südosteuropa werden länderspezifische Informationen, Fallgeschichten sowie ‚Best practice’ Beispiele engagierter lokal tätiger Organisationen aber auch der Tourismuswirtschaft aufgezeigt. Die Ausstellung kann über ECPAT Österreich gratis angefordert werden; es sind lediglich die Transportkosten zu übernehmen: info@ecpat.at Preisträger/innen des Posterwettbewerbs "Schutz der Kinder im Tourismus" Anlässlich dieser Podiumsdiskussion wurden auch die Preisträger/innen des Posterwettbewerbs zum Thema von Staatssekretärin Christine Marek ausgezeichnet, die im Jänner von einer prominent besetzten Jury (bestehend aus Vertretern der Reisebranche, den beiden Ministerien BMWA und BMSG und dem Experten für Kindesmissbrauch Univ.-Prof. Dr. Max H. Friedrich) ermittelt wurden.
Das Siegerposter mit dem Titel "Tatort. Urlaub - Schauen SIE nicht weg!" hat die stärkste und für den Tourismus treffendste Botschaft "Tatort: Urlaub" und stellt die Aufforderung zum Agieren in den Mittelpunkt. Die Preisträger dieser Gruppenarbeit - Alexander Straka, Lukas Moser und Alexander Nemeth - Schüler des 3. Jahrgangs der Höheren Bundeslehranstalt für Tourismus und wirtschaftliche Berufe in der Bergheidengasse, Wien, dürfen sich über eine einwöchige Reise auf die Kanarischen Inseln, gesponsert von TUI Austria, freuen. Auf den Plätzen 2 und 3 landeten Mag. (FH) Carola Schröckenfuchs, FH Joanneum, mit ihrem Poster "Kinderlachen steckt an!" und Mirijam Blumenschein, Schülerin der 5. Klasse der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik (BAKIP) in Steyr mit dem Poster "Weltweit", die sich ebenfalls über wertvolle Reisepreise gesponsert von Ruefa Reisen bzw. Lüftner Cruises freuen dürfen. An beiden Tourismusfachschulen (Plätze 2 und 3) war 2005 die ECPAT Ausstellung "Hinschauen statt Wegschauen" zu Gast. Podiumsdiskussion und Preisverleihung zum Posterwettbewerb "Schutz der Kinder im Tourismus" "Kindersextourismus darf nicht hingenommen werden", sagte Staatssekretärin Christine Marek anlässlich der Podiumsdiskussion und Preisverleihung zum Posterwettbewerb "Schutz der Kinder im Tourismus" am 5. März 2007. ECPAT Österreich hat aufgrund einer deutschen Studie hochgerechnet, dass ca. 4.500 Österreicher jedes Jahr Kindersextouristen sein könnten. Univ.-Prof. Dr. Max H. Friedrich (Medizinische Universität Wien) schätzt diese Zahl als eher zu gering bemessen an, weil die Dunkelziffer sehr hoch sei. Seit 1997 ist der sexuelle Missbrauch von Kindern in Urlaubsdestinationen auch in Österreich eine Straftat. ECPAT hat im Rahmen der Veranstaltung die Bedeutung der konsequenten Umsetzung des Verhaltenskodex zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung im Tourismus betont, der in Österreich bisher eher zögerlich umgesetzt wird. Nur zwei Unternehmen, Jumbo-Touristik und TUI Österreich, haben bisher die 6 Kriterien des Kodex in ihren Unternehmen umgesetzt. Dr. Josef Peterleithner, Pressesprecher TUI Austria Holding und des Österreichischen Reisebüroverbands, hat ebenfalls die Notwendigkeit betont, mehr Unternehmen zu motivieren, mitzumachen und die Unterstützung sowohl von TUI Österreich wie auch des Verbandes zugesichert. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) hatte im letzten Jahr einen Posterwettbewerb zum Thema durchgeführt. Die Preise wurden im Rahmen der Veranstaltung an die drei SiegerInnen verliehen. Dabei wurde von allen Beteiligten hervorgehoben, wie wichtig Kampagnen zur Information und Aufklärung der Reisenden und der Öffentlichkeit über diese Straftat weiter verstärkt werden müssen. Dokumente und Medienberichte Medienberichte zu Kindersextourismus ECPAT Österreich und die OSZE haben im Sommer in einer gemeinsamen Presseaussendung auf Zunahme von Kindersextourismus in Süd-Ost-Europa hingewiesen. Darüber wurde im Standard sowie in den Salzburger Nachrichten im Sommer ausführlich berichtet. "Die Prostitution von Kindern hat sich zu einem boomenden Markt entwickelt - nicht zuletzt aus Angst vor AIDS werden immer jüngere Kinder verlangt. ...Befragungen in Asien ergaben, dass dort etwa die Hälfte der minderjährigen Prostituierten HIV-positiv ist. Kinderprostituierte leben meist unter erbärmlichen Umständen, sie sind ihren Zuhältern wehrlos ausgeliefert, bekommen oft nicht genug zu essen und keine medizinische Versorgung. Wenn sie krank werden, holen sich die Bordellbesitzer neue Opfer." (Salzburger Nachrichten, 12.8.2006)
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Am 20. Mai 2008 hat ACCOR Österreich, vertreten durch Gen. Direktor Hans-Michael Leise, als erste Hotelgruppe in Österreich den Verhaltenskodex zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung im Tourismus, gemeinsam mit Fausta Borsani (The Code Intern.) und Astrid Winkler (ECPAT Österreich) unterzeichnet. Anwesend waren neben JournalistInnen auch VertreterInnen vom BMWA, Sektion Tourismus und UNICEF. Der Kodex wird nun in allen 30 Accor Hotels in Österreich umgesetzt. Dies beinhaltet insbesondere Schulungen des Personals sowie Sensibilisierung von Gästen und GeschäftspartnerInnen. Bis Ende des kommenden Jahres sollen rund 250 MitarbeiterInnen durch Schulungen zu sexueller Ausbeutung von Kindern im Tourismus sensibilisiert und über die internen Bestimmungen von Accor informiert werden. 