ECPAT Österreich, Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Rechte der Kinder vor sexueller Ausbeutung

Kinderschutzrichtlinien

Hintergrundinfo

Grenzverletzungen gegenüber Kindern kann es in jeder Organisation geben, die mit Kinder und Jugendlichen arbeitet bzw. Projekte durchführt. Verantwortungsvolle Organisationen und Institutionen sind sich dessen bewusst, kennen die Risiken und entwickeln entsprechende Schutzkonzepte.

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Kinderschutz bei ECPAT

Informationen zur Kinderschutzrichtlinie und -beauftragten von ECPAT Österreich finden Sie hier.

 

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Projekte

Das EU-Projekt Safe Places zielt darauf ab Kinderschutzstrukturen auf Ebene der Organisationen sowie auf nationaler Ebene zu stärken, um für Kinder ein schützendes Umfeld zu schaffen.

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Aktivitäten

Hier finden Sie Infos zu aktuellen themenbezogenen Veranstaltungen wie Konferenzen, aber auch Ankündigungen über neues Kampagnenmaterial und Publikationen.

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Hintergrundinformationen

Grenzverletzungen, Übergriff und Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen kann es in jeder Organisation und Institution geben, die mit Kinder und Jugendlichen arbeitet bzw. Projekte durchführt. Verantwortungsvolle Organisationen und Institutionen sind sich dessen bewusst, kennen die Risiken und entwickeln entsprechende Schutzkonzepte. Diese werden meist Kinderschutzrichtlinie oder –policy oder auch Safeguarding-Policy genannt. Safeguarding versteht sich als umfassenderes Konzept, das stärker den präventiven Charakter betont.

Am Beginn steht immer eine Risikoanalyse, in der die möglichen Gefährdungen analysiert werden. Darauf baut dann das Schutzkonzept auf. In weiterer Folge werden dann klar definierte Verantwortlichkeiten und Vorgehensweisen in den Bereichen Prävention (z.B. Einstellungsverfahren), Krisenmanagement sowie Monitoring und Evaluierung festgelegt.

Achtung: Eine Kindesschutzrichtlinie ist keine Aneinanderreihung von einzelnen Maßnahmen, sondern ein auf die eigene Organisation abgestimmtes System. Es handelt sich im Prinzip um einen Organisationsentwicklungsprozess, der das Wohlbefinden und den Schutz von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt stellt, der aber genauso wie andere Prozesse dieser Art alle Ebenen und Strukturen eine Organisation einbezieht.

Die Hauptbestandteile jeder Kindesschutz-Policy sind:

  1. Selbstverpflichtung der Organisation zum Kindesschutz. Die Organisation/Institution legt ein klares Bekenntnis zu einem umfassenden Verständnis von Kinderschutz/Safeguarding ab.
  2. Präventive Maßnahmen betreffend Einstellung und Überprüfung von Personal sowie Schritte zur Personalentwicklung inkl. Verhaltensleitlinien
  3. Fallmanagement-System inkl. Beschwerdemechanismen inkl. eine intern für Kinderschutz zuständige, qualifizierte Person
  4. Umsetzung mit den Partnern im In- und Ausland: Wenn Organisationen mit Partnern, sowohl im Inland als auch im Ausland zusammenarbeiten, müssen sie dafür Sorge tragen, dass ihre Kooperationspartner ebenfalls Kindesschutz-Mechanismen umsetzen.
  5. Monitoring, Evaluierung und Weiterentwicklung: Eine Kinderschutzrichtlinie sollte ein „lebendes Instrument“ sein, das regelmäßig evaluiert und weiterentwickelt wird
  6. Kinder und Jugendliche sollten in einer für sie sinnvollen Weise an dem Prozess beteiligt werden

Eine Kinderschutzrichtline IST ein Qualitätsmerkmal für eine Organisation, das immer öfter auch von Geldgebern eingefordert wird.

ECPAT Österreich berät und unterstützt Sie gerne beim Prozess der Entwicklung und Implementierung sowie Überprüfung von Kindeschutzkonzepten und -standards in Ihrer Organisation oder Einrichtung. Neben einem Basisworkshop bieten wir auch maßgeschneiderte Inhouse-Workshops und Weiterbildungen sowie individuelle Beratungen für Organisationen.

Kinderschutzkonzept bei ECPAT Österreich

ECPAT Österreich hatte sich bereits 2003, dem Gründungsjahr der „Arbeitsgemeinschaft gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern“ und Beitritt zum internationalen Kinderrechte- und Kinderschutz-Netzwerk ECPAT International verpflichtet, die ECPAT International-Kinderschutzrichtlinie zu übernehmen. 2009 hat ECPAT Österreich einen ersten Verhaltenskodex für Mitarbeitende sowie Mitglieder entwickelt. Seither wurde die ECPAT Kinderschutzrichtlinie kontinuierlich weiterentwickelt. Die gültige Fassung aus Dezember 2018 finden Sie hier – sie wird derzeit  überarbeitet.

Die Kinderschutzbeauftragte bei ECPAT Österreich ist die Vorstandsvorsitzende Mag.a Ute Mayrhofer, die auch im Rahmen der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar für das Kinderschutzkonzept zuständig ist und auf eine mehrjährige Erfahrung zurückblicken kann. Kontakt: kinderschutz@ecpat.at

Projekt: „Safe Places“

Kinderschutzstrukturen stärken

Laufzeit: 1. September 2019 – 31. August 2021

Projektleitung: ECPAT Österreich

Projektpartnerschaft: Netzwerk Kinderrechte Österreich, Bundesverband österreichischer Kinderschutzzentren, ECPAT Deutschland

Fördergeberin: Europäische Union

Meldungen in den Nachrichten belegen, wie häufig Kinder in Organisationen der Gewalt Erwachsener – nicht selten sexueller Gewalt – ausgesetzt waren und sind.

Um solche Vorkommnisse in den eigenen Reihen zu verhindern, haben Organisationen quer durch alle Sektoren damit begonnen, Kinderschutzrichtlinien einzuführen. In verschiedenen Bereichen werden dabei strukturelle Maßnahmen gesetzt, um systematisch der Gewalt entgegenzuwirken, u.a. bei der Aufnahme neuer Mitarbeiter*innen, in der Weiterbildung, durch die Einsetzung von Kinderschutzbeauftragten und Ombudsleuten und durch viele weitere Schritte. Auch die Stärkung der Kinder ist Teil der Gewaltprävention, was aber nicht vom Grundprinzip ablenken soll: Kinder vor Gewalt zu schützen ist eine Aufgabe der Erwachsenen!

Das Verständnis, dass systematische Kinderschutzbemühungen für jede Organisation, bei der sich Kinder aufhalten, eine Selbstverständlichkeit sein sollten, ist in Österreich noch nicht sehr weit verbreitet.

Ziel des Safe Places Projektes ist es, Kinderschutzstrukturen auf Ebene der Organisationen sowie auf nationaler Ebene zu stärken, um für Kinder ein schützendes Umfeld zu schaffen. Auf politischer und behördlicher Ebene soll ein verstärktes Bekenntnis dazu erreicht werden, dass Kinderschutzstrukturen gestärkt werden müssen, und konkrete Schritte in diese Richtung sollen erfolgen.

Vorhaben:

  • In Österreich wird eine Allianz für Kinderschutz zur nationalen Vernetzung der in diesem Bereich tätigen Stakeholder geschaffen.
  • Durch eine Internetplattform wird es vielfältige Hilfsmaterialien und Unterstützungsmöglichkeiten für die Erarbeitung und Implementierung von Kinderschutzrichtlinien geben.
  • Eine Zertifizierung von Organisationen über den Stand ihrer Kinderschutzarbeit wird es ermöglichen, das in der Organisation Erreichte nach außen glaubhaft zu zeigen.
  • Trainer*innen werden im Bereich Einführung von Kinderschutzrichtlinien fortgebildet, Trainings und Beratungen für Organisationen durchgeführt.
  • Durch Öffentlichkeitsarbeit und Lobbying wird Wissen über systematischen Kinderschutz nach außen getragen.
  • Jugendgruppen werden an den einzelnen Schritten mitarbeiten, ihre Perspektiven werden in die Arbeit einfließen.

Nähere Informationen zum Projekt finden Sie in der "Safe Places"-Projektbeschreibung und im "Safe Places"-Projketfolder.

Rückfragen und Kontakt: Waltraud Gugerbauer gugerbauer@ecpat.at

Projekt: "Stronger to protect children rights"

Laufzeit: 1. Juni 2020 - 31. Mai 2021

Projektleitung: ECPAT Österreich

Projektpartnerschaft: ECPAT International

Fördergeberin: ECPAT International und private Geldgeber*innen

Ziel: Das Projekt hat zum Ziel, ECPAT-Netzwerksmitglieder aus Mittel- und Osteuropa sowie Zentralasien zu vernetzen und zu stärken, damit sie in ihren Ländern Bewusstsein für Kinderschutzstandards und Safeguarding vorantreiben können. Dabei sollen besonders Standards für den Schutz von Kindern verbessert werden, indem Schutzkonzepte und -programme für die Rechte von vulnerablen Kindern gefördert und unterstützt werden.

Vorhaben: Entwicklung eines Handbuchs zu Safeguarding Standards und Vermittlung in der Region. Durch drei internationale Trainings soll vor allem das Wissen und die Bedeutung von Kinderschutzkonzepten gestärkt werden.

Rückfragen und Kontakt: Stana Buchowska stanab@ecpat.net

Aktuelles

Kinderschutz im Sport –(k)eine Selbstverständlichkeit!?

Vertreter*innen aus dem Sportbereich und Kinderschutzexpert*innen rufen zu flächendeckenden, verbindlichen Maßnahmen im Sport auf.

1. Juli 2021 – Um Kinderschutz flächendeckend in Österreich zu gewährleisten und Machtmissbrauch zu begegnen, braucht es Bewusstsein bei allen Akteur*innen, ein gemeinsames Bekenntnis sowie das Sichtbarmachen von Unterstützungsleistungen. Es geht um nicht weniger, als um rund 15.000 Sportvereine, die schrittweise zu Verbündeten im Kinderschutz werden sollen. Zu diesem Zweck luden kürzlich ECPAT Österreich, die Österreichischen Kinderschutzzentren, das Netzwerk Kinderrechteund 100% SPORT Stakeholder*innen aus dem Sport und Expert*innen aus dem Bereich Kinderschutz zu einem ersten Round Table ins Haus des Sports.

Es herrschte weitgehender Konsens, wie wichtig es ist, Kinderschutz-Strukturen in Organisationen zu implementieren – das Bewusstsein dafür ist in den Organisationen derzeit nur zum Teil vorhanden. „Kinderschutzkonzepte müssen in allen gesellschaftlichen Bereichen, auch im Sport, genauso verbindlich und selbstverständlich werden, wie die Umsetzung von Datenschutzrichtlinien oder Covid19 Präventionskonzepten“, stellte Astrid Winkler, Geschäftsführerin von ECPAT Österreich, klar. 

Qualitäts- und Sicherheitsstandards müssen im unternehmerischen Handeln (dazu gehören alle Rechtsstrukturen sowie kleine Vereine) vielfach mitbedacht werden. Betreffend Kinderschutz gibt es bereits klare Standards, die auch für den Sport relevant sind.

Lesen Sie unsere aktuelle Presseaussendung zu Kinderschutz im Sport hier.

Internationales Beratungstreffen zum Thema Kinderschutzkonzepte

30. Juni 2021 – 23 Teilnehmer*innen aus ECPAT Mitgliedsorganisationen aus Osteuropa und Zentralasien nahmen an einem Beratungstreffen teil, um sich über den Coaching-Prozess zu Kinderschutzkonzepten auszutauschen, der im Rahmen des Projektes „Stronger zu protect childrens rights“ stattfand. Dabei wurde ein Kompendium zur Entwicklung und Umsetzung von Kinderschutzkonzepten den Teilnehmer*innen vorgestellt. Eine Diskussion über Folgeaktivitäten bildete den Abschluss dieses Treffens. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Round Table zu Kinderschutz im Sport

15.000 Sportorganisationen sollen erreicht werden

25. Juni 2021 – ECPAT Österreich lud am am 24. Juni 2021 gemeinsam mit 100% Sport und den Safe Places-Partnerorganisationen Die Österreichischen Kinderschutzzentren und Netzwerk Kinderrechte zu einem Round Table zu Kinderschutz im Sport.

Vertreter*innen von Sport Austria, anderen Sportorganisationen, aus Ministerien, der Kinder- und Jugendanwaltschaft und von Kinderschutzorganisationen diskutierten, wie es gelingen kann, dass Kinderschutzmaßnahmen im Sportalltag zu einer Selbstverständlichkeit werden.

Prof. Wolfgang Mazal, vom ÖIF – Österreichischen Institut für Familienforschung erläuterte, wie sich die Verpflichtung zu systematischem Kinderschutz für Organisationen in der österreichischen Rechtsordnung noch deutlicher verankern lässt.

Der anschließende Gedankenaustausch zeigte, dass es auch Kampagnen braucht, um für die Notwendigkeit von Kinderschutzkonzepten zu sensibilisieren. Einigkeit herrschte über das Ziel: Man will 15.000 Sportorganisationen in Österreich mit der Botschaft, dass Kinderschutzmaßnahmen überall umgesetzt werden sollen, erreichen.

Weiter Informationen: www.kinderschutzkonzepte.at 

Registrierung von Organisationen und Trainer*innen auf www.kinderschutzkonzepte.at

Juni 2021 – Organisationen, die bereits über ein Kinderschutzkonzept/eine Kinderschutzrichtlinie verfügen, oder am Start bzw. am Weg zu einer solchen sind, können sich nun auf der neuen Online-Plattform www.kinderschutzkonzepte.at registrieren und sichtbar machen, wie weit sie im Prozess zur Schaffung sicherer Strukturen für Kinder und Jugendliche in ihrer Organisation sind:

  • Am Start sind Organisationen, die eine Bestandsaufnahme (Mapping und ev. Self-Audit) sowie das Kernstück am Beginn des Prozesses, die Risikoanalyse
  • Am Weg sind Organisationen, die darüber hinaus auch Maßnahmen im Personalwesen (Einstellungskriterien, Verhaltenskodex, Reflexionsmöglichkeiten) sowie ein Beschwerdewesen und ein Fallmanagement entwickelt haben.
  • Am Ziel sind Organisationen, die zu den oben genannten Schritten ein fertiges Kinderschutzkonzept formuliert, ihre Kinderschutz-Beauftragten benannt und Maßnahmen für das Monitoring (Dokumentation) geplant haben.

Darüber hinaus ist auf der Plattform ein Tutorial zu finden mit Infos zu den wichtigsten Schritten für die Erstellung eines Kinderschutzkonzeptes. Im Bereich Veranstaltungen sind Fortbildungs- und Infoveranstaltungen zum Thema zu finden. 

Die Online-Plattform wurde im Rahmen des EU-Projektes „Safe Places" entwickelt. Auch Trainer*innen, die im Rahmen des EU-Projektes für Workshops im Bereich Kinderschutzkonzepte fortgebildet wurden, sind gelistet und können direkt angefragt werden.

Treffen der Allianz für Kinderschutz

Jänner 2021 – Die im Rahmen des Projektes „Safe Places“ gegründete Allianz für Kinderschutz kam im Jänner online zu ihrem zweiten Treffen zusammen. Vertreter*innen der Kinder- und Jugendanwaltschaften aus fast allen Bundesländern und von unterschiedlichen Präventionsorganisationen planten die gemeinsamen Aktivitäten der Allianz weiter. Mit besonderem Interesse wurde der Vortrag von Prof. Wolfgang Mazal zu seiner für „Safe Places“ verfassten Rechtsanalyse verfolgt und diskutiert. Er erläuterte die Möglichkeiten, wie auf verschiedenen Ebenen im österreichischen Rechtssystem die Verpflichtung für Organisationen verankert werden kann, Kinderschutzkonzepte zu entwickeln: Durch Verankerung als zivilrechtliche Sorgfaltspflichten für Unternehmer*innen, durch konsumentenschutzrechtliche Regelungen, durch vergleichbare Verpflichtungen im Gewerbe-, Schul-, Vereins- und Förderungsrecht.

Weitere Informationen zur Rechtsanalyse von Prof. Mazal finden sie hier.

Projekt Safe Places bei der IDA-Tagung

24. Februar 2021 – Die Interdiözesane Arbeitsgemeinschaft IDA - ein Zusammenschluss von Kindergartenträgern - hat unser EU-Projekt Safe Places zum Thema ihrer jährlichen Tagung gemacht und ECPAT Österreich und Die Österreichischen Kinderschutzzentren zu einem Input eingeladen. Gemeinsam wurde über die österreichweit verpflichtende Implementierung von Kinderschutzkonzepten in elementarpädagogischen Einrichtungen beraten. Weitere Informationen und die Presseaussendung der IDA finden Sie hier.

KINDERSCHUTZKONZEPTE – JETZT UMSETZEN!

Im Rahmen einer Pressekonferenz fordern Expert*innen auf Basis eines Rechtsgutachtens einen einheitlichen bundesweiten gesetzlichen Rahmen zur Implementierung von Kinderschutzkonzepten.

13. November 2020 - Damit sich Kinder und Jugendliche in einer Organisation wohl fühlen, brauchen sie ein Gefühl der Sicherheit. Kinderschutzkonzepte, die Organisationen erstellen und umsetzen, tragen dazu bei. Einige Organisationen in Österreich sind sich dieser Verantwortung bewusst und agieren bereits auf Basis eines in der Organisation erarbeiteten Kinderschutzkonzepts. Die Notwendigkeit dieser Maßnahme im Sinne der Gewaltprävention ist jedoch noch nicht flächendeckend und schon gar nicht gesetzlich verankert. In einer Pressekonferenz zum EU Projekt „Safe Places“, die am 13.11.2020 online stattfand, forderten Kinderschutz Expert*innen von ECPAT Österreich, dem Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren und dem Netzwerk Kinderrechte die Implementierung umfassender Kinderschutz­konzepte als österreichweiten Standard.

„Im internationalen Kontext gilt ein Kinderschutzkonzept schon seit vielen Jahren als DAS zentrale Qualitätsmerkmal für eine Organisation, das immer öfter auch von Fördergeber*innen eingefordert wird. Aus den vorher genannten Gründen sind wir, die Projektpartner von Safe Places, der festen Überzeugung, dass es JETZT an der Zeit ist, dass Österreich in diesem Punkt nachzieht. Das Vorhandensein eines Kinderschutzkonzeptes sollte kein „nice-to-have“ sondern ein „must have“ sein", fordert Astrid Winkler, Geschäftsführerin von ECPAT Österreich.

Kinderschutzkonzepte sollen eine verbindliche Grundlage für Organisationen darstellen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten bzw. in denen sich Kinder und Jugendliche aufhalten. Darüber hinaus sollten auch Berufs- und Dachverbände Kinderschutzstandards für deren Mitglieder definieren. Ein entsprechendes juristisches Gutachten von Professor Dr. Wolfgang Mazal, Leiter des ÖIF - Österreichischen Instituts für Familienforschung, sieht eine diesbezügliche gesetzliche Verankerung für möglich und umsetzbar. Unterstützung für die Implementierung eines umfassenden Kinderschutz­konzepts finden Organisationen auf der neuen Plattform www.kinderschutzkonzepte.at, die im Rahmen und mit Mitteln des EU Projekts „Safe Places“ eingerichtet wurde.

Die Langversion dieser Presseinformation, Podiumsbeiträge und CVs sowie die Aufzeichnung der Pressekonferenz finden Sie hier.

Plattform www.kinderschutzkonzepte.at ist online!

13. November 2020 – „Wir sorgen für den Schutz von Kindern und Jugendlichen in unserer Organisation“, ist das Motto der neuen Plattform www.kinderschutzkonzepte.at, die im Rahmen des EU-Projektes "Safe Places" entstanden ist. Best Practice-Beispiele sollen Schulen machen: so soll die Website dem Schutz von Kindern und Jugendlichen in Organisationen eine Plattform geben und Organisationen, die bereits über ein Kinderschutzkonzept verfügen, durch eine Listung in 3 Phasen – Am Start / Am Weg / Am Ziel – vor den Vorhang holen. Darüber hinaus werden allgemeine Informationen zu Kinderschutz und Kinderschutzkonzepten sowie ein Tutorial zur Entwicklung solcher Konzepte angeboten. Ebenso bietet die Plattform eine Liste von Trainer*innen, die Workshops zur Entwicklung von Kinderschutzkonzepten anbieten, sowie Veranstaltungshinweise zum Thema.

Weitere Informationen: www.kinderschutzkonzepte.at 

Der Trainer*innenpool für Kinderschutzkonzepte wird größer!

18. Oktober 2020 – Im Rahmen des Projektes „Safe Places" nahmen einundzwanzig Fachleute aus Kinderschutzzentren und aus den Mitgliedsorganisationen von ECPAT Österreich und dem Netzwerk Kinderrechte Anfang Oktober in Salzburg am Training für Trainer*innen teil. Sie werden in Zukunft Organisationen unterstützen, die ihre Kinderschutzkonzepte ausarbeiten. 

Immer mehr Organisationen machen sich auf den Weg, ihre Qualitätsstandards um ein Kinderschutzkonzept zu erweitern und so einen sicheren Rahmen für Kinder und Jugendliche zu bieten. Nun stehen österreichweit mehr Trainerinnen und Trainer bereit, um sie bei der Risikoanalyse, der Ausarbeitung von präventiven Maßnahmen im Personalbereich, von Fallmanagement und Beschwerdemechanismen sowie bei der Bekanntmachung der Standards nach innen und außen zu unterstützen.

Wir freuen uns über das rege Interesse. Weiter Informationen zum Workshop und Beratungsangebot finden Sie hier.

Geburtsstunde der "Allianz für Kinderschutz"

28. September 2020 – Die Österreichischen Kinderschutzzentren haben am 25. September 2020 im Rahmen des EU-Projektes "Safe Places" gemeinsam mit ECPAT Österreich und dem Netzwerk Kinderrechte zur Kick-Off-Veranstaltung der bundesweiten "Allianz für Kinderschutz" eingeladen. 

"Mit der "Allianz für Kinderschutz" möchten wir die Vernetzung und Kooperation im Kinderschutz verbessern, gemeinsame Standards entwickeln, Aktivitäten im Kinderschutz abstimmen und uns auch gemeinsam medial zu Wort melden, wenn sich dafür eine Notwendigkeit ergibt", so die Organisatorinnen unisono zum Start der Allianz und einer gelungenen Veranstaltung. 

Besonders haben sich die Veranstalterinnen über die Unterstützung aus dem Familienministerium gefreut: Bundesministerin Mag.a(FH) Christine Aschbacher hat die Veranstaltung feierlich (über einen Online-Dienst) eröffnet und Mag.a Martina Staffe-Hanacek, Abteilungsleiterin eiterin im Familienministerium, hat das Treffen mit einem Input bereichert. Insgesamt haben knapp 30 Teilnehmer*innen bei der Gründung der Allianz für Kinderschutz teilgenommen – alle Schlüsselfunktionär*innen aus Organisationen und Institutionen, die im Kinderschutz tätig sind. Weitere Treffen und ein wechselseitiger Austausch zum Kinderschutz werden folgen.

Weitere Informationen zum EU-Projekt Safe Places finden Sie hier.

Verpflichtung zu Kinderschutzkonzepten rechtlich möglich

Zu diesem Schluss kommt eine von Univ. Prof. Dr. Wolfgang Mazal verfasste, umfassende Rechtsanalyse, die von ECPAT Österreich im Rahmen des EU-Projekt SAFE PLACES in Auftrag gegeben wurde.

14. September 2020 – Die von Univ. Prof. Dr. Wolfang Mazal verfasste und als ÖIF (Öster. Institut für Famiilienforschung) Working Paper 93/2020 publizierte Legal Analysis zu Fragen des Kinderschutzes erörtert erstmalig in Österreich die Fragen nach einer möglichen rechtlichen Verankerung von Kinderschutzkonzepten sowie die Verwirklichung eines Bundeskinderschutzgesetzes.

Im Rahmen des EU-Projektes Safe Places wurde Dr. Mazal von ECPAT Österreich beauftragt, eine Rechtsanalyse zu den Möglichkeiten der Implementierung von Kinderschutzrichtlinien zu verfassen, durch die der institutionelle Kinderschutz in behördlich verankerten Einrichtungen (z. B. Schule, elementarpädagogische Einrichtungen, Wohngemeinschaften der Kinder- und Jugendhilfe), anderen privaten Einrichtungen, deren wesentlicher Zweck in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen besteht (z. B. Jugendorganisationen, Sportorganisationen usw.) oder privaten Einrichtungen und bei Einzelpersonen, die sich in ihrer Tätigkeit spezifisch an Kinder und Jugendliche richten (z. B. Freizeiteinrichtungen, Nachhilfetätigkeit), gewährleistet werden soll.

Dr. Mazal sieht durchaus gute Chancen für eine auch rechtliche Verankerung von Kinderschutzkonzepten, wie er u. a. in der Executive Summary (Seite 4) ausführt:

  • Kinderschutz ist in Österreich in zahlreichen Gesetzen punktuell geregelt, doch fehlt eine bundesweit einheitliche Regelung, die den Betreibern von Einrichtungen, die mit Kindern und Jugendlichen Kontakt auf Basis ihres Geschäftsmodells haben, eine explizite Verpflichtung zur Etablierung und Weiterentwicklung von Konzepten und Richtlinien zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vorschreibt.
  • Eine Verpflichtung zur Entwicklung und Umsetzung von Kinderschutzkonzepten/-richtlinien könnte auf Basis zahlreicher Kompetenzen des Bundes implementiert werden. Dabei ist davon auszugehen, dass sich bereits de lege lata (nach geltendem Recht, Anm. ECPAT Österreich) zahlreiche Bestimmungen finden, die Ansätze für klar vertretbare Argumentationen bieten, nach denen die Betreiber von Einrichtungen bereits im geltenden Recht verpflichtet sind oder doch verpflichtet werden können, Kinderschutzrichtlinien und -konzepte zu etablieren und weiterzuentwickeln. Will man diese Verpflichtungen jedoch effektivieren, ist zu empfehlen, die bestehenden Bestimmungen auszubauen und Verpflichtungen explizit zu normieren.

Die konkreten Fragestellungen für die Ausarbeitung waren:

A) Ist-Zustand: In welchen Gesetzen und weiterführenden Bestimmungen ist der Kinderschutz in Österreich geregelt?

B) Mögliche Verankerung im Gesetz: Wie kann die Verpflichtung zur Entwicklung und Umsetzung von Kinderschutzkonzepten/-richtlinien im Sinne der Ziele von Safe-Places im derzeitigen gesetzlichen Rahmen in Österreich verankert werden?

C) Bundeskinderschutzgesetz: Wie ließe sich ein Bundeskinderschutzgesetz (vgl. das Bundeskinderschutzgesetz der BRD) am besten im gesetzlichen Rahmen Österreichs verwirklichen?

Das EU-Projekt SAFE PLACES wird von ECPAT Österreich koordiniert und gemeinsam mit dem Bundesverband österreichischer Kinderschutzzentren sowie dem Netzwerk Kinderrechte umgesetzt. Ziele des Projektes sind u. a. eine umfasse Bewusstseinsbildung und Wissensvermittlung zur Entwicklung und Umsetzung von Kinderschutzkonzepten bei entsprechenden Organisationen und Einrichtungen; Austausch mit Behörden sowie Lobbying auf politischer Ebene für eine weitreichende Verankerung und Verpflichtung dazu.

Die Legal Analyses als Download finden Sie hier.

Neuer "Safe Places"-Projektfolder

21. Juli 2020 – Unser neuer Projektfolder ist erschienen und informiert kurz und bündig über unsere Vorhaben, Ziele und Aktivitäten. Gemeinsam mit unseren Projektparnter*innen die Österreichischen Kinderschutzzentren und dem Netzwerk Kinderrechte werden wir im Projekt "Safe Places" bis Ende August 2021 noch eine Vielzahl an Aktivitäten realisieren um die Kinderschutzstrukturen in Österreich zu stärken.

Den "Safe Places"-Projektfolder als Download finden Sie hier.

Bericht über die Verbreitung von Kinderschutzkonzepten in Österreich

Kinderschutzkonzepte sind in österreichischen Organisationen noch nicht etabliert
2. Juli 2020 – Kinderschutzkonzepte finden in den letzten Jahren mehr und mehr Verbreitung: das ist erfreulich. Allerdings sind bei österreichischen Organisationen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, in weiten Bereichen strukturelle Gewaltpräventionsmaßnahmen noch nicht etabliert. Das ist das zentrale Ergebnis eines Berichtes über die Verbreitung von Kinderschutzkonzepten in Österreich, den ECPAT Österreich im Rahmen des EU-Projektes "Safe Places" erstellt hat. 

ECPAT Österreich und die Projektpartner von "Safe Places" (Bundesverband der Österreichischen Kinderschutzzentren, Netzwerk Kinderrechte Österreich) fordern daher einerseits mehr Bewusstseinsbildung dahingehend, andererseits aber auch eine Verpflichtung zur Implementierung von Kinderschutzkonzepten. Das bedeutet, dass Fördervergaben an das Vorliegen eines solchen Konzeptes geknüpft werden sollten. Allerdings braucht es für die Entwicklung und Etablierung entsprechender Konzepte auch entsprechende personelle und finanzielle Ressourcen – dafür sollte es gezielte, einmalige Unterstützungen aus öffentlichen Fördertöpfen des Bundes und der Länder geben.

Den Bericht finden Sie in folgenden Varianten hier: Fazit & Kurzfassung.

NEU: Workshop- und Beratungsangebot zur Entwicklung von Kinderschutzrichtlinien

Juni 2020 – "Safe Places" bietet Workshops und Beratung zur Erarbeitung maßgeschneideter Kinderschutzkonzepte und Kinderschutzrichtlinien für Organisationen an.

Organisationsinterne Workshops
Abgestimmt auf den Bedarf und die Situation in der Organisation werden in internen Workshops Informationen zu Kinderschutzkonzepten/-richtlinien vermittelt und Schritte zur Entwicklung eines organisationseigenen Kinderschutzkonzeptes erarbeitet. 

Beratungsangebot 
In Beratungen wird auf die organisationsspezifischen Gegebenheiten und Anforderungen ausführlich eingegangen und Unterstützung bei der Entwicklung und Implementierung des Kinderschutzkonzeptes geboten. 

Zusatzangebot
Laufende Begleitung während des Teilnahmezeitraums. Materialien und Vorlagen zur Erarbeitung von Kinderschutzkonzepten/-richtlinien werden bereitgestellt. Nach Absolvierung der Workshops erhalten Organisationen eine Teilnahmebestätigung. 

TERMINE - Workshop:

19.01.2021, 13:00-17:00 Uhr

11.02.2021, 13:00-17:00 Uhr

05.03.2021, 09:00-13:00 Uhr

Angebot, Information und Anmeldung finden Sie hier.

Verbindliche Kinderschutzkonzepte für Kindergärten, Schulen, Sport- und Freizeitvereine sind ein Gebot der Stunde!

Auf Grund der jüngsten Gewalt- und Missbrauchsfälle fordern Kinderschutzorganisationen ein rasches Handeln

10. Juni 2020 – Drei österreichische Kinderschutzorganisationen, darunter ECPAT Österreich, nehmen in einer gemeinsamen Pressemitteilung Stellung zu den jüngsten Gewalt- und Missbrauchsfällen und fordern ein rasches Handeln sowie verbindliche Kinderschutzkonzepte für Kindergärten, Schulen, Sport- und Freizeitvereine. Nicht nur während der Corona-Zeit sollen bspw. in Ferienlagern verbindliche Standards gelten, sondern auch darüber hinaus, denn Kinderschutzkonzepte reduzieren das Risiko für Gewalt. „Wir alle wollen, dass unsere Kinder in Kindergärten, in Schulen, in Sport- und Freizeitvereinen gut und sicher betreut werden. Wir alle wollen also ein schützendes Umfeld für unsere Kinder. Um das zu erreichen, braucht es Kinderschutzstrukturen. Denn Kinderschutzkonzepte reduzieren das Risiko für Gewalt!“  weisen die drei Geschäftsführerinnen Astrid Winkler (ECPAT Österreich), Martina Wolf (Österreichische Kinderschutzzentren) und Elisabeth Schaffelhofer-Garcia Marquez (Netzwerk Kinderrechte) auf den notwendigen Paradigmenwechsel hin.

Zur Pressemitteilung

Der Jugendbeirat von "Safe Places" hat seine Arbeit begonnen

Februar 2020 – Elf Jugendliche und junge Erwachsene haben sich an einem Wochenende im Februar in Reichenau an der Rax zusammengefunden, um gemeinsam den Jugendbeirat im EU-Projekt "Safe Places" zu starten.

Sie alle kommen aus Organisationen, die derzeit ihre Kinderschutzrichtlinien entwickeln oder umsetzen. Im Lauf der kommenden eineinhalb Jahre werden sie ihre Expertise – die Erfahrungen und Sichtweisen als junge Gruppenmitglieder, als haupt- oder ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen in die Weiterentwicklung der Schutzkonzepte einbringen.  

Der Jugendbeirat drang in den Diskussionen schnell zu Kernthemen des strukturellen Kinderschutzes vor: Wie kann ein Schutzkonzept in alle Teile einer Organisation verbreitet werden? Wie erreicht man einen Kulturwandel quer durch alle Ebenen? Für das Projekt und die Kinderschutzrichtlinien will der Beirat Impulse zu vielen Fragen geben: Was brauchen Kinder und Jugendliche? Wie können Unsicherheiten abgebaut werden? Wie können die Richtlinien noch praxistauglicher werden? Wie können wir Kinder einbeziehen, wenn wir sichere Orte für sie schaffen wollen?

Diese Impulse werden nicht nur in die konkreten Schutzkonzepte der einzelnen Organisationen aufgenommen, sondern von den jungen Beiratsmitgliedern auch bei den Round Tables, Expert*innentreffen und anderen Aktivitäten von "Safe Places" an die Teilnehmenden herangetragen werden.

Bundespräsident Dr. Alexander van der Bellen unterschreibt „Safe Places” Gästebuch

18. November 2019 – Anlässlich des diesjährigen 30-jährigen Jubiläums der UN-Kinderrechtekonvention hat sich Bundespräsident Alexander van der Bellen mit Vertreter*innen österreichischen Kinderrechtsorganisationen getroffen. Diese haben ihn zu einer Fülle von Kinderrechtsthemen informiert und aufgezeigt, wo es in Österreich noch besonderen Handlungsbedarf gibt.

Martina Wolf, Geschäftsführerin „Die Österreichischen Kinderschutzzentren“ konnte ihm kurz von dem gemeinsamen EU-Projekt „Safe Places“ berichten. Alexander van der Bellen unterschrieb bei diesem Anlass auch das „Safe Places“ Lobbying-Gästebuch.

Vor wenigen Tagen konnte auch die Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend, Mag.a Ines Stilling, bei einem Gespräch zu Kinderrechten über das EU-Projekt „Safe Places“ informiert werden und als erste im Lobbying-Gästebuch unterschreiben.

Foto - Copyright: Peter Lechner/HBF

Erste Unterschrift im „Safe Places“ Lobbying-Gästebuch von Bundesministerin Ines Stilling

14. November 2019 - In großer Runde haben Vertreter*innen von NGOs Mag.a Ines Stilling, Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend, im Bundeskanzleramt, zu einem Gespräch eingeladen und eine Fülle an Kinderrechtsthemen eingebracht mit dem Fokus darauf, wo die Kinderrechte noch nicht entsprechend umgesetzt werden bzw. gegen bestimmte Kinderrechte politisch agiert wird.

Vertreten waren: Die Bundesjugendvertretung, National Coalition, Diakonie Österreich, Unicef Österreich, Katholische Jungschar, Österr. Kinderfreunde/Rote Falken, Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs, Die Österreichischen Kinderschutzzentren, Österreichischer Behindertenrat, Österr. Liga für Kinder- und Jugendgesundheit und SOS Kinderdorf.

Dabei ging es u. a. auch um die Bemühungen der Organisationen ECPAT Österreich, National Coalition, Österreichische Kinderschutzzentren und die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit, Kinderschutzkonzepte in Österreich vermehrt auf den Weg zu bringen, geschildert. Wir haben betont, wie wichtig es ist, dass Organisationen, die mit Kindern arbeiten, über solche Konzepte zu verfügen und auf Beispiel Original Play verwiesen. Dabei wurde auch das EU-Projekt Safe-Places vorgestellt und die Ministerin Mag.a Ines Stilling um die erste Unterschrift im "Safe Places-Gästebuch" gebeten mit der Information, dass wir das Projekt im Ministerium noch im Detail vorstellen möchten. Abschließend haben wir an die Ministerin appelliert, wie notwendig es ist, die Politik in diesen Bemühungen mit an Bord zu haben, weil diese über eine Ausweitung der Förderkriterien ein Instrument an der Hand hat, Kinderschutz-Prozesse in Organisationen zu beschleunigen.

Original Play-Fall zeigt Defizite bei Qualitätsstandards auf - ECPAT Österreich und der Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren fordern verpflichtende und überprüfbare Kinderschutzstandards

29. Oktober 2019 - ECPAT Österreich und der Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren sprechen sich in einer gemeinsamen Pressemitteilung für die Einführung verbindlicher Kinderschutzrichtlinien für Organisationen aus. „Kinderschutzrichtlinien bzw. Kinderschutzkonzepte für Organisationen, die mit Kindern arbeiten, machen eine intensive Auseinandersetzung mit den Risiken für Kinder durch das eigene Angebot notwendig und beinhalten eine Fülle von präventiven Maßnahmen, um etwaigen Risiken zu begegnen“, sagen die Geschäftsführerinnen, Martina Wolf (Österreichische Kinderschutzzentren) und Astrid Winkler (ECPAT Österreich). Sie beziehen damit zu Vorfällen rund um Original Play Stellung: „Eine Kinderschutzrichtlinie ist ein Instrumentarium, das auf verschiedenen Ebenen einer Organisation ansetzt, um Gewalt gegen Kinder zu verhindern. Ein Strafregisterauszug allein reicht hier sicher nicht.“

Die gesamte Pressemitteilung finden Sie hier

Treffen zum Start von EU-Projekt Safe Places

04./05. Oktober 2019 – Mitarbeiter*innen von ECPAT Österreich, dem Dachverband der österreichischen Kinderschutzzentren, dem Netzwerk Kinderrechte Österreich und von ECPAT Deutschland trafen sich zum gemeinsamen Projektstart des EU-Projekts "Safe Places".

Breiter Raum bei dem Treffen nahm die Stellung von Jugendpartizipation im Projekt ein. Sowohl in Österreich als auch in Deutschland werden Jugendliche partizipativ in die Umsetzung des Projektes eingebunden. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen soll erarbeitet werden, an welchen Stellen im Projekt und mit welchen Methoden sie in die Ausarbeitung einer Kinderschutzrichtlinie integriert werden können. Durch ihre Einbindung sollen Kinderschutzrichtlinien besonders gut auf die Lebensrealitäten der Kinder in den jeweiligen Organisationen, in denen Richtlinien implementiert werden, eingehen.