ECPAT Österreich, Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Rechte der Kinder vor sexueller Ausbeutung

Sexuelle Ausbeutung im Tourismus

Hintergrundinfo

Weltweit werden Minderjährige durch Reisende sexuell ausgebeutet.  Krisen, das starke Wachstum der Tourismusbranche und eine steigende Nachfrage haben die Situation stark verschärft. Neuste Erkenntnisse sind in der Global Study 2016 von ECPAT International zu finden.

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Kinderschutzkodex

... wurde von ECPAT zusammen mit Reiseveranstaltern und der Welttourismusorganisation entwickelt. Er beinhaltet 6 Kriterien für Unternehmen, die sich dem Kinderschutz verpflichten wollen.

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Kampagnen & Projekte

Die Kampagne "Gegen das Wegsehen" zielt darauf ab, die "Kultur des Wegschauens" zu durchbrechen. Über Meldeseiten können Reisende Verdachtsfälle aktiv melden. Das Projekt „Kinderschutz im Reisegepäck?“ zielt auf Kinderschutzstandards für Freiwilligeneinsätze ab.

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Aktivitäten

Hier finden Sie Infos zu aktuellen themenbezogenen Veranstaltungen wie Konferenzen und Fachtagungen, aber auch Ankündigungen über neues Kampagnenmaterial und Publikationen.

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+ Infos zu unserem neuen Schwerpunktbereich: Voluntourismus

 

Unter dem Begriff "Kindersextourismus" ist die sexuelle Ausbeutung von Kindern durch eine Person oder Personen, die aus ihrer gewohnten Umgebung an Orte reisen, wo sie sexuelle Kontakte mit Kindern haben, zu verstehen.

ECPAT unterstützt die Verwendung der Begrifflichkeit sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus und auf Reisen. Dadurch wird zum einen die Komplexität des Problems sprachlich besser wiedergegeben, zum anderen stellt der Begriff die erlebte Gewalt der betroffenen Kinder besser dar. Mehr Informationen zur verwendeten Sprache im Bereich der Prävention und Bekämpfung von sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch von Kindern finden Sie hier.

Ursachen und Destinationen

Weltweit werden Minderjährige durch Reisende sexuell ausgebeutet. Ökonomische Krisen, sowie das starke Wachstum der Tourismusbranche und steigende Nachfrage haben die Situation in den vergangenen Jahrzehnten stark verschärft. Am stärksten betroffen sind Kinder und Jugendliche in Südostasien, Lateinamerika, Afrika und Osteuropa, letztlich kann die sexuelle Ausbeutung von Kindern jedoch für kein Reisegebiet ausgeschlossen werden. Auch in Österreich und rund um Österreichs Grenzen gibt es Minderjährige 'auf dem Strich'. Besonders anfällig sind all jene Gebiete, in denen die Einkommensunterschiede von Reisenden und der lokalen Bevölkerung weit auseinanderklaffen. Für ein paar Dollar werden in diesen Ländern täglich Kinder von Touristen sexuell missbraucht.

Wer ist betroffen?

Entgegen der Annahme, die Kinder entschieden sich freiwillig für den Verkauf ihres Körpers, ist Prostitution keine Entscheidungsoption für ein Kind. Durch äußere Umstände wie Armut, häusliche Gewalt, falsche Versprechungen, Erpressung oder Drohungen werden sie in diesen „Sektor“ hineingedrängt. Die Mädchen und Buben erleiden dadurch schwerwiegende gesundheitliche, psychische und soziale Schäden.

Wer sind die TäterInnen?

Die TäterInnen nutzen die Verwundbarkeit der Kinder einzig zu ihrer eigenen Befriedigung aus. Dabei sind unterschiedlichste Szenarien sexueller Ausbeutung von Kindern im Tourismus möglich. Kindersextourismus passiert nicht nur auf Urlaubsreisen, sondern auch auf Geschäftsreisen. Es passiert auf Kulturreisen, genauso wie im Badeurlaub, in Bordellen oder im Rotlicht-Viertel genauso wie an Stränden oder in 5-Sterne Hotels. Die TäterInnen sind dabei entweder Triebtäter oder nutzen die Gelegenheit im Ausland spontan (GelegenheitstäterInnen).

Extraterritorialitäts-Prinzip

Sex mit Kindern und Jugendlichen in fremden Ländern ist absolut kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verbrechen. Viele Staaten haben mittlerweile Abkommen unterzeichnet, die die Strafverfolgung von „KindersextouristInnen“ auch in deren Heimatland möglich machen. Seit 1997 können österreichische StaatsbürgerInnen bzw. dauerhaft in Österreich lebende AusländerInnen, die außerhalb Österreichs sexuelle Gewalt an Kindern ausüben bzw. Minderjährige für sexuelle Dienstleistungen bezahlen, in Österreich strafrechtlich verfolgt werden.

Was Sie tun können

Nicht wegsehen – aktiv werden! Wenn Sie etwas Auffälliges beobachten, zögern Sie nicht, dies zu melden.
Über diese Website www.nicht-wegsehen.at können Verdachtsfälle von Kindesmissbrauch weltweit unabhängig von Kenntnissen der jeweiligen Landessprache schnell und einfach gemeldet werden. Hier finden Sie Informationen und haben die Möglichkeit, Ihre Beobachtungen direkt an das Bundeskriminalamt (.BK) oder an die Kinderschutzorganisation ECPAT weiterzugeben.  

  • unter www.nicht-wegsehen.at
  • über Ihre Reiseleitung an die Polizei vor Ort
  • an die Vertretung Österreichs (Botschaft, Konsulat) in Ihrem Reiseland
  • an das Hotelpersonal und Ihre Reiseleitung

Hilfreiche Angaben:

  • WAS genau haben Sie beobachtet?
  • WANN und WO hat sich der Verdachtsfall ereignet?
  • WER waren die beteiligten Personen? (Beschreibung Verdächtige/r, Opfer)

 

Infoflyer - 12 weitverbreitete Irrtümer über "Kindersextourismus". 

 

 

Forderungen

  • Systematische Verankerung der Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung über das Phänomen in Aus- und Weiterbildungsprogrammen im Tourismussektor, z.B. durch Beitritt zum internationalen Kinderschutzkodex
  • Kontinuierliche Promotion der Meldestelle gegen sexuellen Missbrauch von Kindern im Tourismus (www.nicht-wegsehen.at) durch medienwirksame Maßnahmen
  • Alle Mitglieder des österreichischen Reiseverbandes sollten auf ihren Webseiten bzw. sonstigen Materialien Informationen zu Kinderschutz präsentieren. Der ÖRV hat als Verband 2001 den Kinderschutzkodex unterzeichnet.
  • Kommerzielle Anbieter von Freiwilligeneinsätzen/Volontariaten sollten insbesondere Kinderschutzstandards einführen und diese umsetzen
  • Ermittlungen zu Verdachtsfällen und Strafverfahren gegen ÖsterreicherInnen, die im Verdacht stehen, im Ausland Kinder missbraucht zu haben, müssen beschleunigt werden.

Global Study - Sexual Exploitation of Children in Travel and Tourism

Mehr Kinder als jemals zuvor sind von sexueller Ausbeutung betroffen und das Phänomen tritt in allen Teilen der Welt auf. Das zeigt die am 12. Mai 2016 veröffentlichte Global Study zur sexuellen Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus, die von ECPAT International initiiert und über zwei Jahre lang durchgeführt wurde.

Das Ausmaß der sexuellen Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus hat stark zugenommen und die Erscheinungsformen haben sich drastisch geändert. Das Internet und mobile Technologien haben die Zunahme der sexuellen Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus zusätzlich verstärkt, da neue Formen von Ausbeutung entstehen und TäterInnen vollkommen anonym bleiben können.

Ausführliche Hintergrundinformationen zur globalen Studie, sowie eine Kurzzusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier.

Hier kommen Sie zur englischsprachigen Website der Studie, auf der sie unter anderem auch regionale und länderspezifische Berichte finden.

Hier finden Sie die jugendliche Zusammenfassung der Global Study in englischer Sprache.

Das Video Speak Out, indem betroffene Kinder zu Wort finden Sie hier in englischer Sprache. Das englischsprachige Video mit deutschen Untertitel finden Sie hier.

Die Pressemitteilung von ECPAT Österreich anlässlich der Veröffentlichung der Global Study finden Sie hier.

 

 

Der Kinderschutzkodex

Ein wichtiges Instrument für den Kinderschutz im Tourismus ist der internationale „Kinderschutzkodex gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus“ (www.thecode.org) der von ECPAT in Kooperation mit Reiseveranstaltern und der Welttourismusorganisation zwischen 1998 und 2000 entwickelt wurde. Dieser beinhaltet                                  6 Kriterien für Unternehmen, die sich dem Kinderschutz verpflichten wollen:

 

  1. Festlegung von Leitlinien und Vorgehensweisen gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Unternehmen.
  2. Schulung von Mitarbeitenden in Bezug auf die Rechte von Kindern, Prävention von sexueller Ausbeutung und die Möglichkeiten für die Meldung von Verdachtsfällen am Standort und in den Destinationen. 
  3. Aufnahme einer Kinderschutz-Klausel in die Verträge mit Geschäftspartnern mit Hinweis auf eine gemeinsame Ablehnung und Nulltoleranzpolitik in Bezug auf sexuelle Ausbeutung von Kindern.
  4. Bereitstellung von Informationen für Reisende über die Rechte von Kindern, die Prävention von sexueller Ausbeutung von Kindern und die Möglichkeiten für die Meldung von Verdachtsfällen.
  5. Unterstützung, Kooperation und Einbeziehung des Engagements von Kooperationspartnern und anderen Akteuren in den Destinationen im Hinblick auf die Prävention von sexueller Ausbeutung von Kindern.
  6. Jährliche Berichterstattung an The Code über die Umsetzung des Kinderschutzkodexes und der entsprechenden Aktivitäten.

Wenn Sie Interesse oder Fragen bezüglich des Kinderschutzkodex haben, können Sie sich gerne an ECPAT Österreich wenden! ECPAT unterstützt dann als lokale Umsetzungspartner bei der Erarbeitung eines Aktionsplans und bei der Umsetzung der Maßnahmen.

UnterzeichnerInnen in Österreich

Der Österreichische ReiseVerband (ÖRV) hat den Verhaltenskodex zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung bereits 2001 unterschrieben. Damit sind alle Mitglieder des ÖRV aufgefordert, aktiv über ihre Webseiten bzw. in Katalogen Reisenden bzw. KundInnen über Kinderschutz und die Handlungsmöglichkeiten zu informieren.

 

 

Kampagne "Gegen das Wegsehen"

Kampagne „Gegen das Wegsehen“

Auf Initiative des österreichischen Wirtschafts- und Tourismusministeriums (BMWFW), Abteilung Internationale Tourismusangelegenheiten, wurde 2010 ein breites Bündnis aus Behörden, Tourismuswirtschaft und Nichtregierungsorganisationen in den deutschsprachigen Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz geschaffen. Die Bündnispartner bekennen sich damit zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und zeigen offensiv ihre moralische Verurteilung der sexuellen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen.

Kern der Kampagne ist ein Videospot, der Reisende und darüber hinaus möglichst viele Menschen mit der Botschaft "Nicht wegsehen" für das Thema erreichen und sensibilisieren soll. Wir können sexuellen Missbrauch von Kindern verhindern, wenn wir nicht wegsehen“ – so lautet der eindringliche Appell des 45 Sekunden dauernden Videospots „Witness“ - „Zeuge“, der in allen drei Ländern gezeigt wird (s.u.). Der Film beinhaltet einen Aufruf an Urlauber, die Fälle von Missbrauch beobachten, diese Verdachtsfälle zu melden und nicht wegzusehen.

Die europäische Meldeplattform www.reportchildsextourism.eu gibt einen Überblick über alle europäischen Meldemechanismen (seit März 2014 online) und ist auf Englisch, Spanisch, Französisch und Deutsch verfügbar. Auf der Seite finden Sie unter anderem Handlungsempfehlungen, wie bei einer auffälligen Situation reagiert werden kann. Wenn österreichische Reisende einen möglichen Fall von Kindesmissbrauch beobachten, bietet ihnen die österreichische Meldeplattform www.nicht-wegsehen.at (seit November 2014 online) zwei Möglichkeiten Verdachtsfälle von sexueller Ausbeutung von Kindern zu melden:

  • Personen, die eine Straftat melden möchten, finden eine direkte Weiterleitung an die zuständige Stelle beim Bundeskriminalamt
  • Diejenigen, die sich nicht sicher sind, ob es sich bei der von ihnen beobachteten Situation um eine Kindesgefährdung handelt und diese als Straftat gilt, können ihre Beobachtungen ECPAT Österreich mitteilen.

Mittlerweile hat sich das Multi-Stakeholder Bündnis um 4 weitere EU-Länder erweitert: Luxemburg, Frankreich, Polen und die Niederlande.

ECPAT Serious Game

Seit dem Launch am 14.10.2015 gibt es ein neues interaktives Tool für ExpertInnen der Tourismusbranche – das ECPAT Serious Game. Die neue Website bietet eine neue, interaktive und unterhaltsame Methode Tourismusfachleute und -studierende für die Thematik der sexuellen Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus zu sensibilisieren. Mehrere Szenarien können innerhalb des Tools ausprobiert werden, verschiedene Handlungsoptionen ergeben sich und verändern den weiteren Verlauf des simulierten Gesprächs.

Das Serious Game wurde im Rahmen des Projekts „Don’t Look Away - be aware & report the sexual exploitation of children in travel and tourism!“ (2012-2015), an dem ECPAT-Mitglieder aus 16 europäischen Ländern mitwirken, erstellt. Dieses Projekt zielt auf die Förderung von neuen Möglichkeiten zur Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern im Tourismus ab. Es wird von der Europäischen Union ko-finanziert und erhält die Unterstützung von Ministerien, Polizei sowie von anderen öffentlichen und privaten AkteurInnen, einschließlich der Tourismusbranche.

Hier können Sie ECPAT Serious Game ausprobieren.

 

 

Aufklärungsvideos zur Sensibilisierung von Reisenden

 

Die beiden Videos sind im Rahmen der Dreiländerkampagne „Gegen das Wegsehen“ zur Aufklärung von Reisenden über die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus entstanden.

 

 

Projekt: Kinderschutz im Reisegepäck?

Kinderschutz im Reisegepäck? Kinderschutzstandards für Freiwilligeneinsätze im Ausland.

Das von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit geförderte Projekt läuft seit dem 01. Mai 2016 und endet mit 31. Dezember 2017. Es hat sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zum Schutz von Kindern in Entwicklungsländern vor Gewalt und sexuellen Übergriffen durch die Implementierung von Kinderschutzrichtlinien bzw. Maßnahmen bei Freiwilligeneinsätzen zu leisten.

Als einer der weltweit wichtigsten Wirtschaftszweige, hat der Tourismus großen Einfluss auf die bereisten Länder und deren Bevölkerung. Dieser gestaltet sich nicht ausschließlich positiv und wird immer wieder von unterbezahlten Mitarbeitenden oder Ausbeutung von Kindern begleitet. So wird laut UNICEF geschätzt, dass weltweit mindestens zwei Millionen Kinder und Jugendliche gezwungen sind bzw. werden, ihren Lebensunterhalt mit Prostitution zu verdienen. Besonders gefährdet sind Kinder, die sich nicht im Umfeld der eigenen Familie befinden, sondern beispielsweise in Kinderheimen leben in denen sich auch oft Freiwillige mit guten Vorsätzen betätigen möchten.

Die Nachfrage nach sogenannten Voluntourismus Angeboten – das sind meist pauschale Pakete, die Kurzzeiteinsätze für Freiwillige beinhalten, häufig auch in Waisenhäusern – steigt. Im Rahmen des Projekts werden Standards für Kinderschutzmaßnahmen bei kommerziellen und nicht-kommerziellen Anbietern von Freiwilligenweinsätzen im Ausland entwickelt. In weiteren Schritten wird Sensibilisierungsarbeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen geleistet, die freiwillig im Ausland arbeiten möchten. Voluntourismus-Anbietern (TouristikerInnen und Reiseveranstalter) wird ein Werkzeug zur Verfügung gestellt, um Angebote qualitativ hochwertig zu gestalten und dabei die lokale Bevölkerung, im Speziellen die Kinder, zu schützen. Durch Schulungen, dem Austausch mit Bildungseinrichtungen, der Zivilgesellschaft und im Politikdialog wird auf die Problematik aufmerksam gemacht, um die jungen Freiwilligen für Kinderschutz zu sensibilisieren. Die Entwicklung und Verbreitung von Kinderschutzstandards für Freiwilligeneinsätze ist eine Maßnahme, um durch Qualitätsstandards kinderrechtsverletzende Programme vom Markt zu verdrängen.

Voluntourismus

Immer mehr Menschen möchten im Urlaub nicht bloß touristische Attraktionen sehen, sondern auch hinter die touristischen Kulissen schauen und die Lebensbedingungen der Menschen verbessern. Der Wunsch nach authentischen Erfahrungen und direkten Begegnungen und die Möglichkeit, sich (und auch den eigenen Lebenslauf) im Urlaub weiter zu entwickeln, tun ein Übriges dafür, dass das Segment „Voluntourismus“ boomt. Kein Wunder also, dass immer mehr Reiseveranstalter und kommerzielle Agenturen diese engagierte Reisende als Zielgruppe entdecken. Die neuen Angebote reichen vom 2-monatigen Aufenthalt „all-inclusive“ (mit Anreise, Projektvermittlung, Unterkunft und touristischem Rahmenprogramm) über eine zweiwöchige Rundreise mit der Option, um eine Woche in einem Naturschutzprojekt zu verlängern, bis zu Tagesausflügen ins vermeintliche Waisenhaus.

Stellen Sie Fragen, lassen Sie sich intensiv beraten!

Ein seröser Anbieter wird Ihnen problemlos Ihre Fragen beantworten und sich über Ihr Interesse freuen:  

  • Gibt es Vorbereitungsseminare (in Österreich oder vor Ort) oder andere Vorbereitungsmaterialien?
  • Wie lange arbeitet der Veranstalter bereits mit der lokalen Organisation zusammen?
  • Wo kann ich weitere Informationen zu der Organisation bekommen?
  • Wie viel vom Reisepreis bekommt die lokale Organisation und was ist die Gegenleistung?
  • Wie werde ich vor Ort betreut?
  • Gibt es lokale MentorInnenen, die mich bei Problemen begleiten?

In Bezug auf Projekte mit Kindern sollten Sie weitere konkrete Fragen stellen:

  • Findet eine besondere Sensibilisierung für die Rechte von Kindern statt?
  • Werde ich unterstützt, wenn ich noch keine Erfahrungen bei der Arbeit mit Kindern habe?
  • Wie werde ich im Projekt vorgestellt?
  • Wie erkennen die Kinder, dass ich dort arbeite und wer mein Vorgesetzter oder meine Vorgesetzte ist?
  • Wie viele hauptamtliche Beschäftigte hat das Projekt, wie viele Freiwillige?
  • An wen kann ich mich wenden, wenn ich Missstände beobachte?
  • Gibt es eine Mindestaufenthaltsdauer?
  • Handelt es sich bei der Schule, dem Kinderheim oder dem Jugendtreff um eine staatlich anerkannte Einrichtung?

Brot für die Welt - Tourism Watch hat gemeinsam mit ECPAT Deutschland e.V. und dem Arbeitskreis Tourismus & Entwicklung (akte) eine neue Studie herausgegeben, die erhebliche Defizite in Bezug auf Kindesschutz und nachhaltige Entwicklung bei vielen Angeboten belegt.

Die Studie liegt hier zum download bereit.

 

Videos und Reportagen zum Thema:

Das Geschäft mit dem Mitleid (22.1.2014)

Abiturienten als Entwicklungshelfer (19.12.2013)

Waisen, die keine sind (30.8.2013)

 

Hier finden Sie Informationen zu unserem Projekt „Kinderschutz im Reisegepäck? Kinderschutzstandards für Freiwilligeneinsätze im Ausland.“

 

 

Aktivitäten

Veranstaltung zu CSR mit dem Travel Industry Club und Naturfreunde Internationale

26. September 2016 – Am 26. September fand im Hotel Le Meridien ein Travel Industry Club Networking in Kooperation mit Naturfreunde Internationale - Respect und uns, ECPAT Österreich, statt. Thema des Networkings war Corporate Social Responisibility (CSR) und dessen erfolgreiche Kommunikation im Tourismus.

CSR wird immer wieder in neuen Kleidern präsentiert und kommuniziert. Dabei wird oft "Green-Washing" betrieben, was zur Folge hat, dass die Bemühungen auf unfruchtbaren Boden fallen. Heute sind Menschen jedoch mehr denn je bereit den Mehrwert, den CSR bietet zu schätzen und auch zu honorieren. Die Frage ist, wie man diesen Mehrwert richtig kommuniziert.

Unter dem provokanten Untertitel "Lüge oder Wahrheit" wurde das Thema mit den folgenden ExpertInnen erörtern:

Moderation: Dr. Wilfried Seywald, Geschäftsführer Temmel, Seywald & Partner Communication GmbH und Vizepräsident des Travel Industry Club Austria

Let's Make A Team Against Sexual Exploitation Of Children

13. Juni 2016 – „Fans United Against The Unberable. Let’s Make A Team Against Sexual Exploitation Of Children.“ Anlässlich der Fußball-EM 2016 hat ECPAT Frankreich eine Kampagne gestartet, die dazu aufruft sich gemeinsam für den Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung stark zu machen und Verdachtsfälle zu melden. Wenn Sie eine auffällige Situation beobachten und den Verdacht haben, dass ein Kind sexuell ausgebeutet werden könnte, können Sie dies auf der europäischen Meldeplattform http://www.reportchildsextourism.org/ melden werden. Österreichische Reisende können Verdachtsmomente auch auf http://www.nicht-wegsehen.at/ melden.

Mehr Informationen zu den Meldemöglichkeiten erhalten Sie hier.

Die AccorHotels Group, ein Partner von ECPAT, verbreitet ebenfalls die Kampagne über ihre Social Media Kanäle.

ExpertInnenrunde zu Freiwilligen-Tourismus im Rahmen der Fachbesuchertage 2016 der Ferien Messe Wien

18. Jänner 2016 - Im Rahmen der Fachbesuchertage 2016, vom 14. bis 15. Jänner, der Ferien Messe Wien haben wir gemeinsam mit NFI – respect Programmpunkte rund um Nachhaltigkeit im Tourismus eingebracht. In einer ExpertInnen-Runde wurde die Frage „Freiwilligen-Tourismus – Ausbeutung oder gute Tat?“ diskutiert.

Die Veranstaltungen der diesjährigen Fachbesuchertage im Rahmen der Wiener Ferienmesse, waren generell gut besucht. Die ExpertInnen der Podiumsdiskussion zu Voluntourismus stimmten darin überein, dass sich künftig auch kommerzielle Anbieter an Qualitätsstandards im Hinblick auf Freiwilligenangebote orientieren müssten. Antje Mohnshausen von Tourism Watch/Brot für die Welt betonte in ihrem Eingangsvortrag, dass Dauer des Einsatz, die entsprechende Vor- und Nachbereitung sowie Schutzmechanismen (z.B. für Kinder) zentrale Kriterien seien. Anita Leutgeb von der NGO BraveAurora berichtete, dass v.a. der so genannte "Waisenhaus-Freiwilligetourismus" sehr problematisch sei. Dem pflichtete Astrid Winkler von ECPAT bei. Sie betonte, dass Freiwilligenangebote mit Kindern sich ausschließlich am Kindeswohl zu orientieren hätten und hier die Standards der Entsendeländer anzuwenden seien. Es ginge gar nicht, dass Kinderbetreuung in Ländern des Südens ohne Prüfung der Person bzw. ohne jede Qualifikation angeboten werde. Hier brauchte es klare Kinderschutzrichtlinien sowie auch (Selbst)Verpflichtungen der Reiseveranstalter in diesem Segment; der Tourismus-Kinderschutzkodex biete hier einen guten Ausgangspunkt für einen Veranstalter, um sich insbesondere im Bereich Kinderschutz positiv zu positionieren und auch von den Mitbewerbern abzuheben, betonte Astrid Winkler. Christian Hlade von WeltWeitWandern wies darauf hin, dass sein Unternehmen eher "zufällig" aufgrund der großen Hilfsbereitschaft von KundInnen nach dem Erdbeben in Nepal, ein Angebot dazu entwickelt habe. Mindeststandards seien zu begrüßen; allerdings würden Vorbereitungsseminare auch entsprechende Unterstützung benötigen, da die Kosten ansonsten den TeilnehmerInnen verrechnet werden müßten. Positiv aufgenommen wurde die neue, mit Unterstützung der ADA eingerichete Informationsstelle für Auslands-Freiwilligeneinsätze "WeltWegWeiser", die bei Jugend Eine Welt angesiedelt ist. Bernhard Morawetz, Geschäftsführer von WeltWegWeiser, wies darauf hin, dass die Entwicklung von standardisierten Qualitätskritieren ein zentrales Anliegen der Stelle sei.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass in Österreich eine unabhängige Servicestelle, die zu Auslandseinsätzen informiert, bisher gefehlt hat. Mit der Gründung von WeltWegWeiser, wurde diese Lücke nun geschlossen. Die neue Servicestelle ist bei Jugend Eine Welt angesiedelt und unterstützt potenzielle VolontärInnen durch ein breites Informationsangebot. Wir, ECPAT Österreich, begrüßen die Gründung dieser Servicestelle und insbesondere den Auftrag, Qualitätsstandards zu entwickeln. Kinderschutz betreffend streben wir eine enge Kooperation an und freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit mit WeltWegWeiser. Jugend Eine Welt ist auch Gründungsmitglied von ECPAT Österreich. ECPAT unterstützt seit mehreren Jahren seine Miglieder wie auch andere Organisationen bei der Entwicklung und Umsetzung von Kinderschutzstandards bzw. Kinderschutzrichtlinien.

Bundesweite Flashmob-Aktion: Schau hin – auch auf Reisen!

20. November 2015 - Unter dem Motto „Schau hin – auch auf Reisen! Kinderrechte und Kinderschutz gehen uns alle an!“ fand am 20. November 2015, dem Tag der Kinderrechte, eine gemeinsame Aktion von ECPAT Österreich, den Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs (Kija), 147 Rat auf Draht, SOS Kinderdorf und der ÖBB in Kooperation mit den österreichischen Tourismusschulen und der Berufsschule für Handel und Reisen statt.

Um 14 Uhr wurden an Bahnhöfen und anderen Veranstaltungsorten in Linz, St. Pölten, Wien, Wiener Neustadt und Villach Flashmobs durchgeführt. Diese wurden von SchülerInnen österreichischer Tourismusschulen und der Berufsschule für Handel und Reisen gestaltet. Zusätzlich gab es zwischen 13 und 15 Uhr Infostände zu Kinderrechten und Kinderschutz im Tourismus.

Durch die Aktion sollte auf die sexuelle Ausbeutung von Kindern durch Reisende aufmerksam gemacht werden. Gleichzeitig wurden Handlungsmöglichkeiten vorgestellt. Die Aktion wurde im Rahmen der 7-Länder Kampagne „Don’t Look Away – gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern weltweit“ mit Unterstützung des BMWFW und des BMFJ sowie der Europäischen Kommission und der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt.

Unter allen teilgenommen Schulen bzw. Klassen wurde nach dem Zufallsprinzip eine Klassenreise, die von der ÖBB gesponsert wird, verlost. Die glücklichen Gewinner dieser Klassenreise sind die Schüler und Schülerinnen der Klasse 2 HC der Tourismusschule Bad Leonfelden.

Der Preis wurde am 14. Jänner 2016 im Rahmen der Wiener Ferien Messe von Mario Mißbichler (ÖBB-Personenverkehr AG) an die Lehrerin Sigrid Kerschbaummair sowie an den Schüler Felix Keplinger und die Schülerin Marlies Leitner, die den Preis stellvertretend für die 2 HC entgegengenommen haben, überreicht.

Ein Fotoalbum, mit Impressionen zur bundesweiten Flashmob-Aktion finden Sie hier – auf unserer Facebook-Seite.

Videoaufnahmen der Flashmobs finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.

Den finalen Bericht, unter anderem mit Beschreibungen des einzelnen Flashmobs sowie der ÖBB Preisübergabe, finden Sie hier.

Hier haben Sie Zugriff auf die Webversion des Flugblatts zur bundesweiten Aktion.

Hier haben Sie Zugriff zur Visitenkarte zur bundesweiten Aktion, die auch weiterhin aktuell ist.

Hier haben Sie Zugriff auf das Plakat zu bundesweiten Aktion, das auch weiterhin aktuell ist.

Partner der Aktion: Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs, 147 Rat auf Draht, ÖBB, Österreichische Tourismusschulen, Berufsschule für Handel und Reisen, SOS Kinderdorf.

Mit finanzieller Unterstützung von: Europäische Union, Österreichische Entwicklungszusammenarbeit, Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) und dem Bundesministerium für Familien und Jugend (BMFJ) Weitere Unterstützer: Bundesministerium für Inneres – Bundeskriminalamt (.BK), Österreichischer Reiseverband (ÖRV), WKO Reisebüros

Internationales ExpertInnen-Meeting zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung auf Reisen und im Tourismus

13.-14. Oktober 2015 – Das Ziel des Internationalen ExpertInnen-Meetings war der Austausch und die Analyse von Strategien zum Melden von verdächtigen Situationen bezüglich sexueller Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus. Ein spezifischer Fokus wurde aber auch auf die Situation in touristischen Destinationen, in Verbindung mit Kindesmissbrauchsdarstellungen im Internet, gelegt.

Das Event fand am 13. und 14. Oktober 2015 im “La Maison de l’Europe” in Paris statt und wurde in Zusammenarbeit von ECPAT Gruppen im Rahmen des EU-geförderten „Don’t Look Away“ Projekts organisiert. Es stellte gleichzeitig auch das finale Event des „Don’t Look Away“-Projekts dar, das zwischen Oktober 2012 und Oktober 2015 implementiert wurde (Gefördert von EU, OEZA und BMWFW).

96 Teilnehmende aus der Tourismusbranche, den Strafverfolgungsbehörden, den Regierungen und Mitarbeitende aus NGOs, sowie Kinderschutz-ExpertInnen aus 26 Ländern (Belgien, Bulgarien, Deutschland, Estland, Frankreich, Gambia, Italien, Kanada, Kenia, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Philippinen, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Senegal, Spanien, Südafrika, Thailand, Tschechien und dem United Kingdom) nahmen an dem zweitägigen Austausch teil. Es fanden unter anderem Präsentationen, informelle Diskussionen und drei Workshops statt.

Ergebnisse des ExpertInnenmeetings

Es wird als wichtig erachtet, dass das Melden nur eine von vielen Strategien im Kampf gegen die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern ist. Weitere beinhalten den Schutz, die Prävention und Rehabilitierung. Ein multi-disziplinärer Ansatz und die Zusammenarbeit von mehreren Stakeholdern werden als elementar für eine erfolgreiche Implementierung jeder Strategie gegen die die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern erachtet. Der Zusammenschluss mehrerer Bündnispartner ist somit auch besonders wichtig für die Entwicklung von Meldemechanismen. Bei allen Aktivitäten muss der Schutz des Kindes im Zentrum stehen.Während der Diskussionen wurde auf die Wichtigkeit des Kampfes gegen Straflosigkeit hingewiesen. Um Polizei und Justiz im Bereich der Strafverfolgung zu unterstützen müsse das Melden verdächtiger Situationen ermutigt werden. Gleichzeitig sollten auch Meldemechanismen verbessert werden.

Die konkreten Empfehlungen und Resultate des Treffens sind die folgenden:

  • Die Meldemechanismen müssen in allen Ländern verbessert werden um sicherzustellen, dass allen gemeldeten Fällen nachgegangen wird und eine Akte für jede schwerwiegende Meldung angelegt wird. Das betroffene Kind muss während des ganzen Vorgangs geschützt werden.
  • ZeugInnenschutzprogramme sollten implementiert werden um das beste Interesse des Kindes im Blick zu haben. Dies sollte zum Beispiel die Bereitstellung von psycho-sozialer Unterstützung beinhalten.
  • Insgesamt sollten mehr Berichte gesammelt werden. Um die Sinnhaftigkeit des Meldens zu betonen sollten vor allem mehr Erfolgsgeschichten von Meldungen, die zu Ermittlungen und Verurteilungen geführt haben, veröffentlicht werden.
  • Die Tourismusindustrie sollte proaktiver handeln und klare interne Richtlinien zum Melden , sowie Kinderschutzrichtlinien im Allgemeinen, erstellen. Ebenfalls werden Schulungen und Anweisungen für Angestellte als wichtig erachtet, damit diese wissen wie in verdächtigen und auch in dringenden Situationen reagieren werden muss.
  • In Bezug auf den roten Report-Button und eine gemeinsame Website sollte die „Don’t Look Away“ Kampagne bekräftigt und vereinheitlicht werden. Zudem sollte die Sichtbarkeit der Kampagne stark erhöht werden.
  • Mehr AkteurInnen sollten mobilisiert werden um den roten Report-Button und anderes Kampagnenmaterial zu verteilen und bewerben. Zum Beispiel wurden InternetanbieterInnen und soziale Netzwerke angedacht.
  • Stimmen von betroffenen Kindern und Jugendlichen sollten gehört werden. Eine Möglichkeit dazu sollte schon auf dem nächsten ExpertInnentreffen geschaffen sein.
  • Die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen lokalen NGOs und der Polizei sollte in Hinblick auf touristische Destinationen gestärkt werden.

Das Meeting ermöglichte einen guten Blick auf die aktuelle Situation bezüglich sexueller Ausbeutung von Kindern auf Reisen, im Tourismus und im Internet. Ein Anhaltspunkt aus der globalen Studie zu dem Thema, die noch in Arbeit ist, ist die Ausdehnung des Phänomens auf immer mehr Kinder und Länder.

Referenzen bezüglich Herkunfts- und Zielländer werden immer weniger relevant, da alle Länder auf irgendeine Weise von kommerzieller Ausbeutung von Kindern betroffen sind.

Internationale Konferenz "Don't Look Away!" in Wien

23. März 2015 – Am 23. März 2015 haben sich 50 VertreterInnen von Behörden, Tourismuswirtschaft und NGOs aus sieben EU-Ländern in Wien getroffen, um den Kinderschutz im Tourismus zu stärken. Es wurden gemeinsame Aktionen für die kommenden drei Jahre diskutiert und beschlossen.

 

  • Ausweitung der Kampagne zur Sensibilisierung für Kinderschutz im Tourismus von drei auf sieben EU-Länder;
  • Bekanntmachen der nationalen Meldestellen, sowie
  • regelmäßiger Austausch und gemeinsame Planung von jährlichen Schwerpunktaktionen.

Die ursprünglich trinationale Kampagne "Gegen das Wegsehen" wurde 2010 von Österreich, Deutschland und der Schweiz ins Leben gerufen und hatte ein umfassendes Bekenntnis zur gesellschaftlichen Verantwortung für Kinderschutz und die offensive, moralische Verurteilung der sexuellen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen speziell im Tourismus zum Ziel. Mittlerweile hat sich das Multi-Stakeholder Bündnis um 4 weitere EU-Länder erweitert: Luxemburg, Frankreich, Polen und die Niederlande. Die nun ausgeweitete Kampagne „Don’t Look Away“ möchte europaweit Bewusstsein „gegen das Wegsehen“ bei sexueller Ausbeutung von Kindern schaffen und Handlungsoptionen aufzeigen, z.B. indem man bei verdächtigen Situationen im In- oder Ausland die eigens dafür geschaffenen Meldestellen in den jeweiligen Ländern kontaktiert.

30th UNWTO Treffen des “World Tourism Network on Child Protection”

6. März 2015 - Die UNWTO zählte 2014 1,1 Mrd. touristische Ankünfte weltweit; bis zum Jahr 2030 werden es fast 2 Mrd. sein. Der Generalsekretär der UNWTO, Mr. Taleb Rifai, eröffnet das Netzwerk-Treffen und appellierte an alle Länder, nicht zuzulassen, dass touristische Strukturen für Kindesmissbrauch „missbraucht“ werden. Jede Initiative, die helfen kann, dieses Verbrechen an Kindern einzudämmen, sei willkommen, so Mr. Rifai weiter. Das UNWTO Netzwerk ist 1996 entstanden, als Ergebnis des ersten Weltkongresses gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern, der in Stockholm stattgefunden hat und gemeinsam von ECPAT, UNICEF und der schwedischen Regierung organisiert worden war. Carol Bellamy, die amtierende Vorsitzende des ECPAT International Board of Trustees, wurde im Vorfeld des Meetings zur neuen Vorsitzenden des Netzwerks bestimmt.

Jahresversammlung "The Code"

Am 3. März 2015 hat in Berlin die Generalversammlung des Kinderschutzkodex, stattgefunden. Die Zahl der aktiven Mitglieder, das sind jene, die den Kinderschutzkodex gemäß den festgelegten Standards vollständig umsetzen und darüber einmal jährlich berichten, ist von rund 150 (2013) auf 250 in 2014 gestiegen. Die Gesamtzahl der Unterzeichner seit Einführung des Kindeschutzkodex im Jahre 2000 beträgt nach wie vor rund 1.000. Die seit ca. 4 Jahren geltenden Standards für den Beitritt, die Umsetzung und das Reporting (inklusive Mitgliedsbeiträge) hat jedoch nur eine Minderheit der Unterzeichner mitgetragen. Das TheCode-Sekretariat ist weiterhin nach wie vor bemüht, jene Unternehmen, die lediglich als „Signatories“ gelistet sind zu motivieren, in den „Member“-Status zu wechseln. Es ist dies die letzte Chance für die Unternehmen, denn nach Ablauf einer bestimmten Frist wird die Datenbank endgültig bereinigt und alle inaktiven Unterzeichnen ausgeschieden. Im Rahmen der AGM hat Mrs. Najat Maalla M’jid, ehemalige UN-Berichterstatterin zu sexueller Ausbeutung von Kindern, die Global Study on Sexual Exploitation of Children in Travel and Tourism vorgestellt. Mrs. M’jid ist Vorsitzender der begleitenden High-Level Taskforce. Die Studie hat sich zum Ziel gesetzt, die Lage von sexueller Ausbeutung im Tourismus, mit den Verbindungen zu Kinderhandel und Online-Ausbeutung, in 30 Ländern zu untersuchen. Die Ergebnisse der von ECPAT Internationale koordinierten Studie, werden Anfang 2016 vorliegen.

Update Juni 2016: Die Global Study ist erschienen. Mehr Informationen zu der Studie finden Sie hier.