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Wie viele Kinder sind betroffen?

Jedes Jahr sind laut Schätzungen der UN weltweit mindestens zwei Millionen Kinder von kommerzieller sexueller Ausbeutung betroffen.

Auf Grund des Fehlens einer international einheitlichen Definition von kommerzieller sexueller Ausbeutung und einer angepassten Methode zur Datenerfassung, sind keine genauen Zahlen bekannt. Das Datenmaterial zu Kinderhandel differenziert die Opfer nicht nach Geschlecht oder Alter. In vielen Ländern fehlen die Ressourcen für die Erhebung von Daten. Im Fall der Kinderpornographie ist den Kindern die Ausbeutung oft nicht bewusst und das Verbrechen kommt nicht ans Licht. Scham und Angst verhindern eine Meldung an Behörden.

Das Ausmaß der seelischen und körperlichen Verletzungen durch diesen Missbrauch kann aber ohnehin nicht in Zahlen gemessen werden. Für ECPAT ist schon ein Kind, das kommerziell ausgebeutet wird zu viel.

Fallbeispiele:

  • Schon 13-jährige Mädchen, vor allem aus Asien und Osteuropa, werden als Ehefrauen verkauft. Männer können diese Mädchen per Katalog oder Internet „bestellen“. In den meisten Fällen sind diese Mädchen und Frauen machtlos, isoliert und einem hohen Risiko ausgesetzt.
  • Schätzungen zufolge gibt es in Brasilien über sieben Millionen Straßenkinder. Über 500.000 Minderjährige werden kommerziell sexuell ausgebeutet. Einige Nichtregierungsorganisationen schätzen die Zahlen weit höher ein: sie sprechen von rund 2 Millionen Kinder
  • Das Sozialministerium in Mexiko berichtet von über 16.000 Kindern, die in Prostitution involviert sind, vor allem in touristisch attraktiven Gebieten.
  • Jedes Jahr werden etwa 5.000 bis 7.000 Mädchen aus Nepal über die Grenze nach Indien verkauft. Die meisten werden in Bordelle in Bombay und New Delhi gebracht.
  • In Litauen sind laut Schätzungen 20 bis 50 % der Prostituierten minderjährig. Fälle, in denen 11-jährige in Bordellen arbeiten und 10- bis 12-jährige in pornographischen Filmen zu sehen sind, sind bekannt.